Das Leben...

... beginnt mit der Eiablage. Nach etwa 3 - 4 Wochen entschlüpft die Larve dem Ei und hält sich ausschließlich im Wasser auf. Die Entwicklungszeit der Larve kann je nach Libellenart zwischen 2 Monaten und sogar bis zu 5 Jahren dauern, bevor sie sich an "die frische Luft" begibt und dort nach einem wunderschön anzusehenden Schlupfvorgang als "Imago" ihr neues Leben in der Luft beginnt.

Das Libellenleben eines Individuums kann zwischen 3 und maximal 8 bis 10 Wochen dauern. Einzig das Leben der Winterlibellen dauert länger an (bis zu 11 Monaten) und sie können auch als einzige die kalte Jahreszeit überwintern.

Viele Libellenarten sind bedauernswerter Weise gefährdet bzw. schon vom Aussterben bedroht. Die Ursache ist nicht in den natürlichen Feinden zu suchen, sondern liegt viel eher am Entzug von natürlichem Lebensraum. Gewässer werden zugeschüttet, Moore abgetorft und Flüsse und Bäche verunreinigt, was gerade den extrem anspruchsvollen Flußjungfern sehr zu Schaden kommt und dazu geführt hat, dass nur noch wenige ihrer Gattung zu finden sind.

 

Die (natürlichen) Feinde...

... sind auch bei den Libellen zahlreich: Frösche, Vögel, Spinnen, Wespen, ja sogar Ameisen und Schnecken können insbesondere dem gerade schlüpfenden Imago gefährlich werden. Auch von Parasiten (Milben) werden die schönen Luftakrobaten oft geplagt und können deren Leben beträchtlich verkürzen. Selbstverständlich kann eine ungünstige Witterung das Leben der Libellen ebenfalls negativ beeinflussen.

Es wurde zudem schon beobachtet, dass Libellen auch untereinander Jäger und Beute sein können. Dabei fressen sich nicht nur verschiedene Arten gegenseitig, sondern auch unter Artgenossen kommt es gelegentlich zum Kannibalismus.

 

Das Revierverhalten...

... der männlichen Libellen ist je nach Art sehr unterschiedlich. Während die Großlibellen im Normalfall ein sehr markantes Revierverhalten an den Tag legen, ist dies bei den Kleinlibellen eher weniger stark ausgeprägt. Lediglich die Prachtlibellen (die ja zu den Kleinlibellen zählen, obwohl ihre Größe die mancher Großlibellen übertrifft) verteidigen "ihr" Revier, das sich stets am Wasser befindet, sehr heftig. Was ich zu Beginn meines Libelleninteresses noch als "Spielerei" beobachtete, entpuppte sich recht schnell als blutiger Ernst, denn bei Revierkämpfen verstehen die Libellenmännchen wirklich keinen Spaß. Insbesondere dann nicht, wenn es um ihre Weibchen geht!

Weibchen halten sich nur selten in der Nähe der männlichen Reviere auf und sind meist fern ab vom Wasser auf Beutejagd. Lediglich zur Paarung und Eiablage suchen sie das Wasser auf, wo sie dann sehr heftig von Männchen umworben werden. Aber auch das "Werben" ist von Art zu Art sehr unterschiedlich.

 

Die Eiablage...

... wird ebenfalls je nach Gattung unterschiedlich vollzogen. Manche Arten erledigen dies stets gemeinsam, wie beispielsweise die Sympetrum-Arten, die im Tandemflug die Eier des Weibchens in wippenden Bewegungen ins Wasser abwerfen. Bei den Prachtlibellen legt das Weibchen die Eier völlig ohne das Männchen ab, das das Geschehen in kleiner Entfernung ansitzend beobachtet und sein Weibchen gegen andere Männchen erbittert verteidigt.

 

Kurz und knapp, nun zum System der Libellen und den verschiedenen Arten: Hier klicken!